Informationsveranstaltung: Erinnerungszeichen für Opfer des Nationalsozialismus in Augsburg

Informationsveranstaltung

mit Angela Bachmair und Dr. Benigna Schönhagen (Mitglieder des Sprecherrats der ErinnerungsWerkstatt)

Termin: Montag, 27.3.2017, 20.00 Uhr
Ort: Evangelisches Forum Annahof (Hollbau), Im Annahof 4
Eintritt: frei

Am 27. März 2017, 20.00 Uhr lädt die ErinnerungsWerkstatt Augsburg (EWA) zu einer Informations-Veranstaltung zu den „Bändern der Erinnerung“ ein. Sie sollen ab diesem Jahr neben dem Gedenkbuch und den „Stolpersteinen“ an Augsburger Opfer des Nationalsozialismus erinnern. Seit Anfang des Jahres ist das Gedenkbuch der ErinnerungsWerkstatt Augsburg (EWA) online: http://www.gedenkbuch-augsburg.de. Es enthält Namen und Lebensläufe von Menschen, die einmal in Augsburg gewohnt haben. So verschieden diese Menschen waren, sie haben eines gemeinsam: Ihre Lebensläufe brechen abrupt ab. Sie wurden ermordet. Einziger Grund dafür war, dass sie nicht in die nationalsozialistische Sicht der Welt passten. Sie wurden zu Opfern jenes Rassen- und Reinheitswahns, der unendlich viel Leid in die Welt gebracht hat. Er war auch in Augsburg wirksam.

Das Gedenkbuch, das die ehemaligen Mitbürger ganz bewusst nicht nur auf ihre Opferrolle reduziert, entsteht durch bürgerschaftliches Engagement und wird von der Stadtverwaltung gefördert. Die Biographien auf diesen Seiten haben Augsburgerinnen und Augsburger verfasst. Sie stammen von Schülerinnen und Schülern, von Studentinnen und Studenten, von Engagierten jeden Alters. Auf Anregung und mit Unterstützung der ErinnerungsWerkstatt Augsburg und anderer Augsburger Initiativen recherchieren sie in den unterschiedlichen Archiven, sprechen mit Angehörigen und bewahren so die konkrete Erinnerung an Menschen, die die Nationalsozialisten für immer auslöschen wollten.

Das Gedenkbuch ergänzt die Erinnerungszeichen – die „Bänder der Erinnerung“ – die die EWA zum Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus ab diesem Jahr im Stadtraum aufstellen wird. Laut Stadtratsbeschluss vom Dezember 2016 wird es in Augsburg mehrere Formen der Erinnerung geben. Damit wurde ein Kompromiss gefunden zwischen Vertretern der „Stolpersteine“ und ihren Kritikern, etwa die Israelitische Kultusgemeinde Schwaben-Augsburg und deren Rabbiner und Ehrenbürger der Stadt Augsburg Dr. Henry G. Brandt.

Damit die „Bänder der Erinnerung“ entstehen können, benötigt die EWA engagierte Patinnen und Paten aus der Stadtgesellschaft. Am Montag, 27. März 2017, 20.00 Uhr laden wir Sie zu einer Informations-Veranstaltung ein, wo das Vorgehen besprochen wird und weitere Fragen beantwortet werden. Zudem wird es Vorschläge geben, für welche Opfer und an welchen Orten „Bänder der Erinnerung“ aufgestellt werden können.