Rundbrief September 2019

Eintrag vom 27. September 2019

Liebe Freunde und Mitglieder der ErinnerungsWerkstatt!

Nach der Sommerpause wollen wir wieder anfangen mit unserer gemeinsamen Erinnerungsarbeit.

Obwohl - so richtig Pause haben wir gar nicht gemacht: Mitte August war die ErinnerungsWerkstatt zusammen mit der Stolperstein-Initiative bei einem Oberhausen-Tag der Augsburger Allgemeinen vor der Werner-Egk-Schule zu Gast, um über NS-Opfer aus Oberhausen zu erzählen. Und Anfang September haben Alfred Hausmann und Fritz Schwarzbäcker beim Tag der Jüdischen Kultur im Hof der Synagoge einen Info-Tisch der ErinnerungsWerkstatt betreut und den dortigen Besuchern von unserer Arbeit berichtet. Vielen Dank dafür!

Mitte September konnten Verena von Mutius-Bartholy, Nikolaus Hueck und ich vom Sprecherrat der ErinnerungsWerkstatt mit Kulturamts-Leiterin Elke Seidel und ihrem Mitarbeiter Felix Bellaire darüber sprechen, dass manche der bereits aufgestellten Erinnerungsbänder stark nachgedunkelt, fleckig und nicht mehr gut lesbar sind. Wir wollen bis zum Jahresende eine Lösung finden - die entsprechenden Bänder austauschen, evtl. sogar für künftige Bänder ein neues Material finden. Wir danken sehr, dass das Kulturamt uns dabei unterstützt!

Termine im Oktober:

Ein neues Erinnerungsband wollen wir am Mittwoch, 23. Oktober, aufstellen. Es wird gestiftet von Dr. Gerharda Lippes und soll erinnern an den kommunistischen Arbeiter und Widerstandskämpfer Josef Graf. Um 16.30 Uhr wollen wir das Band vor Grafs letztem freiwilligen Wohnsitz, Kurze Wertachstraße 16 b, aufstellen.

Schon eine Woche zuvor, am Dienstag, 15. Oktober, ist der Bozener Psychiater Prof. Andreas Conca, zu Gast bei der ErinnerungsWerkstatt. Um 19 Uhr berichtet er im Evangelischen Forum Annahof von seinen Forschungen über die Kinder-Euthanasie in seiner Heimat. Kranke und behinderte Kinder aus Südtirol wurden im Rahmen der NS-Krankenmorde in der Klinik Kaufbeuren ermordet.

Termine im November:

Am Montag, 4. November, verlegt die Stolperstein-Initiative mit Gunter Demnig neue Stolpersteine für die Krankenmord-Opfer Maria Pfaffenzeller, Johann Holzheu, Aloisia Kempter, Franz und Josef Eiter, für Rosa und Rudolf Hirschmann als jüdische Opfer und für den Zeugen Jehovas Georg Halder. Die Aktion beginnt um 14.30 Uhr in der Theresienstraße 1.

Am Samstag, 9. November starten die von ErinnerungsWerkstatt und Stolperstein-Initiative gemeinsam geplanten "Augsburger Wege der Erinnerung". Der Stadtspaziergang zu Orten der Opfer und der Täter beginnt um 11 Uhr vor dem Rathaus. Weitere solcher Stadtspaziergänge wird es am 31. Januar, 7. März , 9. Mai und 1. August geben. Wir danken Inge Kroll und Fritz Schwarzbäcker von der ErinnerungsWerkstatt ganz herzlich für die Planung und ihren Arbeitseinsatz.

Ein noch kaum erhelltes Feld beleuchtet der Vortrag des Historikers Martin Clemens Winter. Er berichtet am Mittwoch, 20. November, um 19 Uhr im Annahof über "Todesmärsche - das letzte Gesellschaftsverbrechen der NS-Zeit". Auf Einladung von Inge Kroll und unterstützt von Stolperstein-Initiative sowie anderen Augsburger Initiativen berichtet Winter vor allem über das Verhalten der deutschen Bevölkerung, durch deren Wohngebiete die Todesmärsche führten.

Ausstellung:

Die Ausstellung "Silber für das Reich" im Bayerischen Nationalmuseum wurde bis 19. Januar verlängert. In der Ausstellung sind von den Nazis geraubte Wertgegenstände aus jüdischen Haushalten zu sehen. Unter anderen auch zwei silberne Gefäße der Augsburgerin Dina Marx. Deren Geschichte hat Alfred Hausmann erforscht, und ihm ist es auch zu danken, dass das Nationalmuseum die beiden Objekte an einen Nachfahren der Familie Marx restituieren konnte.

Jetzt grüße ich Sie herzlich und wünsche uns allen einen für die Augsburger Erinnerungskultur ertragreichen Herbst!

Angela Bachmair für den Sprecherrat der Erinnerungswerkstatt