Ein Erinnerungsband für Clara, Martin und Erwin Cramer

Eintrag vom 13. Januar 2020

Am 17. Januar 2020, 15 Uhr werden wir vor der Prinzregentenstraße 9 ein Erinnerungsband für die Familie Cramer enthüllen.

Clara und Martin Cramer haben hier zu Beginn des 20. Jahrhunderts zusammen mit ihrer Tochter Helene (1916-1967) und ihren beiden Söhnen Erwin (1921-1942) und Ernst (1913-2010) gelebt. Auch wenn sie nach der Machtübergabe an die Nationalsozialisten als Juden gedemütigt, ausgegrenzt und verfolgt wurden, haben sie sich weiterhin als Deutsche gefühlt und an den Rechtsstaat geglaubt, wie Prof. Dr. h.c. Ernst Cramer berichtete. Ihm gelang es 1939, nach seiner Entlassung aus dem KZ Buchenwald, in die USA zu fliehen. 2003 ernannte ihn die Stadt Augsburg zu ihrem Ehrenbürger.

Auch seine Schwester Helene Feldmann konnte sich in die USA retten. Doch Martin, Clara und Erwin gelang die Emigration nicht mehr. Sie haben die Nationalsozialisten am 2. April 1942 in das Transitghetto Piaksi bei Lublin im damaligen „Generalgouvernement“ deportiert. Dort verliert sich ihre Spur. Ob sie an den Folgen der katastrophalen Bedingungen starben oder in das Vernichtungslager Belzec weiter deportiert wurden, ist nicht bekannt.

Wir wollen die Erinnerung an diese Augsburger Familie mit dem Erinnerungsband wachhalten vor dem Haus, wo die Cramers zuhause und glücklich waren.